Wiener Hafen 

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Historisches

Wenn heute vom Wiener Hafen als größtem öffentlichem Donauhafen und wichtigstem Logistikzentrum Ostösterreichs gesprochen wird, dann ist schwer vorstellbar, dass die Errichtung eines Hafens in Wien lange Zeit als gar nicht notwendig erachtet worden war: Die Länden, also flache Uferstücke, auf die Schiffe zum Be- und Entladen gezogen werden konnten, wurden in Wien als erste Schiffslandeplätze für ausreichend empfunden.


Die Länden der Monarchie

Der Name „Lände" leitet sich also vom Landen ab und steht gleichsam als Taufpate etwa für die Heiligenstädter Lände, die Nußdorfer Lände, die Roßauer Lände und die Brigittenauer Lände.

Mit dem Aufkommen der Dampfschiffe, war das Auflanden der Schiffe auf Sand- oder Schotterböden nicht mehr möglich. 1875, nach der abgeschlossenen Wiener Donauregulierung, entstand am rechten Ufer der Donau der erste Stromhafen, ein etwa 12 Kilometer langer offener Kai. Schifffahrtsgesellschaften von Donauanrainerstaaten hatten hier Liegeplätze mit Güterschuppen, Magazinen und Speichern samt notwendigen Ladevorrichtungen. Auch die Stadt Wien besaß hier Kühl- und Gefrierhäuser. Am weitesten stromabwärts befand sich auf einem etwa drei Kilometer langen Uferstück der Öl- und Benzinhafen. Damit beginnt 1876 die eigentliche Geschichte vom Wiener Hafen.


Die k. & k. Winter-Häfen

Der Stromhafen gewährte bei Hochwasser und Eisstößen keinen ausreichenden Schutz, also wurde 1892 zunächst mit dem Ausbau des Donaukanals zum Handels-, Personen-, Schutz- und Winterhafen begonnen. Das Projekt wurde wegen Geldmangels nicht abgeschlossen, hinterließ zumindest aber ein paar architektonische Wasserbau-Kleinode von Otto Wagner.

Spätestens seit 1881, als 30 Schiffe beim Abgang eines Eisstoßes zerquetscht worden waren, war die Notwendigkeit des winterlichen Schutzhafens aber evident: Anstelle des Donaukanals wurde 1899 mit dem Bau des Freudenauer Hafens als Winterhafen begonnen. Bis dahin mussten Schiffe in der Ausmündung der Fischa interimistisch überwintern.

Der Freudenauer Hafen wurde 1902 eröffnet und umgehend genutzt: von 380 Schiffen und Schwimmkörpern sprechen die Chronisten, wenn sie davon berichten, dass schon in der ersten Wintersaison die gesamten Liegeplätze des Hafens in Anspruch genommen worden sein sollen. Ab 1925 befand sich im Freudenauer Hafen auch noch ein (später auch militärisch wichtiger) Landeplatz für Schwimmer- und Flugboote.


Ausbau der Wiener Häfen

1939 wurde sowohl mit dem Bau des Handelhafens nächst Albern als auch mit dem Ölhafen in der Lobau begonnen. 1941 fuhr das erste Schleppschiff in das fertig gestellte Hafenbecken des Alberner Hafens ein. Das Becken war mit fünf Getreidespeichern verbaut und brachte dem Hafen den Spitznamen Getreidehafen ein. Angenehmer Nebeneffekt des neuen Hafens: Es wurden in diesem Bereich der Donau die Strömungsverhältnisse derart verändert, dass hier kaum noch Ertrunkene angeschwemmt wurden, die bis zu diesem Zeitpunkt im benachbarten Friedhof der Namenlosen beigesetzt werden mussten.

Der Hafen in der Lobau war nicht nur als mitteleuropäischer Erdöl- und Kohleumschlagshafen geplant, er sollte auch die Einmündung des Donau-Oder-Kanals in die Donau markieren. Bedingt durch den 2. Weltkrieg wurden beide Häfen nur in einer Mindestausstattung gebaut, ein Generalplan über die Entwicklung der Wiener Hafenanlagen erfolgte erst 1949. 13 Jahre später erfolgte die Gründung der Wiener Hafenbetriebsgesellschaft: der Winterhafen in der Freudenau, der Albener Hafen und der Ölhafen Lobau wurden damit aus dem Magistratsverband entlassen.

  

Neue Ufer

1965 wurde die Zollfreizone errichtet, 1977 begannen mit der Gründung der Wiener Städtischen Hafen- und Lagerbetrieb, Planungs-, Ausbau- und Koordinations Ges.m.b.H. die ersten strukturellen Maßnahmen für den weiteren Hafenausbau. In den 1980er und 1990er Jahren wurde der Wiener Hafen laufend erweitert, ausgebaut, strukturiert. Seit 2006 läuft das jüngste Investitionsprogramm: Neue Krananlagen, größere Lagerhallen und neue Kaimauern im Hafen Albern wurden bereits errichtet. Der neue, gemeinsam von Wiener Hafen und ÖBB gebaute Container-Terminal wurde - früher als geplant - im Herbst 2008 eröffnet. Im nächsten Ausbauschritt wird der alte Terminal modernisiert und damit auf den Standard der neuen Anlage angehoben. 2009 wurden die Fassadensanierung der Getreidespeicher und die Sanierung des Hafen-Bürogebäudes begonnen, sowie die Marina Wien erworben. Genauso wie der Hafen Freudenau (2010) wird auch Hafen Albern mit einem Hafentor bis Mitte 2013 komplett hochwassersicher gemacht. Damit ist dann auch die Voraussetzung zur Entwicklung neuer Flächen für Betriebsansiedlungen geschaffen. Etwa 100.000 m² werden dafür zur Verfügung stehen.

 

  • Kriegsende Hafenmeisterei - © Hafen Wien .
  • Kriegsende Freudenau - © Hafen Wien .
  • 1947 Eisbrecher Wladiwostok - © Wiener Hafen .
  • 1949 Hafenbrücke Pfeiler - © Wiener Hafen .
  • 1950 Albern - © Hafen Wien .
  • 1950 Freudenau Kranbahnfundament - © Hafen Wien .
  • 1954 Freudenau Magazin - © Hafen Wien .
  • 1954 Hochwasser Juli 12 - © Hafen Wien .
  • 1954 Freudenau Winter - © Hafen Wien .
  • 1955 Freudenau Ausbaustufe1 - © Hafen Wien .
  • 1957 Hafeneinfahrt ohne Brücke - © Hafen Wien .
  • 1958 Albern Luft - © Hafen Wien .
  • 1958 Freudenau Luft - © Hafen Wien .
  • 1958 Freudenau Spitz - © Hafen Wien .
  • 1958 Lobau Luft - © Hafen Wien .
  • 1960 Hafenbrücke - © Hafen Wien .
  • 1968 Lobau - © Wiener Hafen .

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